Wird Bildbearbeitung gesellschaftsfähig?

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, das man in den Neunzigern bei einigen Fotowettbewerben noch angeben musste, ob das Bild digital bearbeitet wäre. Lange Zeit war Photoshop® ein Schimpfwort für jeden “aufrechten Hobby-Fotografen”.

Diese Einstellung hat sich anscheinend in den letzten Jahren relativiert. Begonnen hat es wahrscheinlich bei den Handys und der Tatsache, das man auf den paar Millimetern Bautiefe eben keine wirklich tolle Optik bauen kann. Also hat man das, was die Linsen optisch nicht leisten können, digital “gerade gerückt”. Das fängt beim Zoom an, behebt Verzerrungen, korrigiert den Kontrastumfang mit Techniken wie HDR und endet derzeit bei einer künstlichen Unschärfe. Kurzum, es wird getrickst, was das Zeug hält.

Seinen derzeitigen Höhepunkt, im Grunde genommen nur eine logische Konsequenz, findet dieser Hype in dem Bildbearbeitungsprogramm Luminar® von der amerikanischen Firma Skylum®. Die Software kann zwischen Himmel und Vordergrund unterscheiden und per Knopfdruck den Himmel austauschen. Dafür gibt es eine ganze Palette von mitgelieferten Vorlagen. Außerdem kann man damit auch weitere Elemente, wie z.B. einen Mond hinzufügen.
Bei dem letzten Supervollmond waren die sozialen Medien voll von solchen Fakes.

Auch ich hatte mich bei dem Bild (oben) dazu entschieden, mit Photoshop nach zu helfen. Ich war zwar an der richtigen Stelle, um genau dieses Bild zu fotografieren, aber leider wurde es durch eine hauchdünne Bewölkung verhindert. Also habe ich den Mond eine Stunde später von meinem Wohnort fotografiert und in einen Probeaufnahme von der Location hineingebaut. Dieses Bild habe ich dann bei Facebook® hochgeladen und den Sachverhalt auch so geschildert.

Eigentlich hatte ich einen kleinen Shittstorm erwartet, aber der blieb komplett aus. Dieses Bild lief tagelang in den Gruppen von Facebook, erreichte so über 27000 Personen weltweit und bekam mehrere tausend Likes. Damit ist es, was die sozialen Medien angeht, bisher mein erfolgreichstes Bild.

Im Grunde genommen hat diese Entwicklung zwei Seiten. Zum einen ist es ein wenig unfair gegenüber den Fotografen, die viel Zeit und Mühe investieren, um authentische Bilder machen. Andererseits ist das eine Entwicklung, wie sie überall stattfindet. Selbst im Sport, wo es intensive Dopingkontrollen gibt, wissen letztendlich Alle, das so ganz ohne kaum noch gewinnen können.

Ich, für meinen Teil, werde auch in Zukunft meine Bilder klassisch fotografieren oder es zumindest angeben, wenn ich nachhelfen musste.

Kurse abgesagt!

Leider fallen alle VHS-Kurse bis auf Weiteres aus. Das ist ärgerlich, aber derzeit muss die Vernunft im Vordergrund stehen. Sobald die Lage wieder unter Kontrolle ist, werde ich Ersatztermine anbieten.
Bitte bleiben Sie gesund.

… ein rundes Jubiläum!

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Vor genau 20 Jahren habe ich im Fotoclub Schleswig e.V. meinen ersten Kurs zu Bildbearbeitung in Photoshop® abgehalten. Fünf Jahre später im, Oktober 2004, startete der erste anerkannte Bildungsurlaub an der VHS-Husum und ich kann mich nicht an ein einziges Jahr erinnern, wo dieser Kurs nicht stattgefunden hätte.
In der vergangenen Woche hatte ich wieder das große Vergnügen, so einen Bildungsurlaub zu unterrichten und, auch wenn es für mich auch anstrengend ist, so freue ich mich schon auf das nächste Mal. Ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal bei allen Teilnehmern, die ich im Laufe der Jahre kennen und schätzen lernen durfte, dafür bedanken.

Vielen Dank!


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Schwarz-Weiss?

Ich war heute mal wieder auf der Waldbühne in Haithabu und habe mir dort die Proben für das diesjährige Theaterstück der Midgaard-Skalden angeschaut. Wer Interesse an den Vorführungen hat oder vielleicht sogar selber noch eine Statistenrolle abhaben möchte, hier ist der Link zur Homepage: www.midgaard-skalden.de

_MG_0166-4.jpg Auf dem Rückweg kam ich natürlich wieder an dem knorrigen Baum zwischen Wikingermuseum Haithabu und Wikingerdorf vorbei. Ich kenne den Baum schon seit 1992, habe ihn aber irgendwie noch nie richtig fotografiert. Heute viel ein bezauberndes Streiflicht darauf und ich dachte so bei mir, das könnte sogar als Schwarz-Weis-Bild etwas werden und habe mal ein paar Bilder gemacht, frei nach einer diesen netten Facebook-Kritiken: “Wenn man nur genug Bilder macht, wird irgend Eines davon schon irgendwie Was werden”. Die guten Menschen mit richtig viel Ahnung sterben eben nie aus!

_MG_0166.jpg Nun, der Hintergedanke dabei war eine Schwarz-Weiß-Ausstellung in der Diakonie in Kropp am Ende des Jahres, an der ich mich neben vielen anderen Fotografen auch mit ein paar Bildern beteiligen möchte.
Die alte Kunst in der S-W-Fotografie ist die Fähigkeit, Farben in Helligkeiten umzusetzen. Das hat man früher mit Farbfiltern bei der Aufnahme gemacht, heute bearbeitet man das Bild nachher am PC in der gleichen Weise unter Sicht. Das ist viel einfacher, braucht weniger Erfahrung und kommt schneller zu guten Ergebnissen.

_MG_0166-2.jpg Ein kleiner Einblick in die Technik: Wenn ich einen Farbfilter vor das Objektiv schraube, dann wird das Licht in der Farbe des Filters heller abgebildet. Licht in der Komplementärfarbe wird abgedunkelt und die Farben, die sich im Farbkreis seitlich befinden, bleiben unberührt. Bei einem Gelbfilter würde also der blaue Himmel fast schwarz werden, was den weißen Wolken darauf zu einem irrsinnigen Kontrast verhelfen würde. Bei einem Grünflter würde das grüne Laub fast Weiß und, zum Beispiel, rote Rosen schwarz werden …

_MG_0166-3.jpg Bei den vorliegenden Bild (oben in Farbe) hatte ich einen Grünton im Laub, leichte Gelb und Orangewerte in der Rinde des Baumes und damit habe ich gespielt. Mal habe ich das Laub fast Schwarz gemacht, um den Kontrast zu dem jetzt helleren Baumstamm herauszukitzeln, beim anderen Versuch habe ich das Motiv eher dunkler gehalten und das Umfeld heller gemacht und beim Dritten habe ich die Kontraste zugunsten der Strukturen eher flach gehalten und so versucht, dem Bild mehr Information mitzugeben.

Das ist, glaube ich, auch das einzige Geheimnis beim Schwarz-Weiß-Bild: Sucht Euch ein Bild mit vielen schönen Kontrasten aus und versucht auf diesem Wege ein detailreiches Bild zu machen. Natürlich können auch Nebelbilder in S-W richtig gut aussehen, aber die leben eben genau vom Gegenteil der hier erklärten Arbeitsweise.

Wenn Ihr Euch jetzt fragt, welches die beste Version sei, lasst Euch sagen, die gibt es nicht. Beim einen wird das Loch im Baumstamm als wesentliches Element betont, beim Nächsten sind es andere Aspekte, die herausgearbeitet wurden. Natürlich hat jeder Betrachter jetzt einen Favoriten, aber das ist die alleinige Entscheidung des Fotografen und das alle Versionen gezeigt werden, ist ja auch eher ungewöhlich.

Im Normalfall bekommt der Betrachter ein Bild gezeigt und, wie ein guter Freund von mir immer zu sagen pflegt: “… entweder das Bild holt Dich ab, oder eben nicht!”


was bringt 2019?

Ich habe mir sehr viel vorgenommen!

Zunächst sind da die bereits festgelegten Termine an der Volkshochschule in Husum:
Grundlagen der Digitalfotografie am Sa., 6.4.2019, ein Wochenendkurs, in dem ich an zwei Tagen all die kleinen Geheimnisse rund um die Fotografie ausführlich und verständlich erkläre.
Bildbearbeitung mit GIMP Teil1 am Sa., 27.4. und Teil2 am Sa., 11.5., zwei Wochenenden, in denen es um ausgefeilte Bildbearbeitung mit dem kostenlosen Programm GIMP gehen wird.
Ab dem 21.10. geht es dann im anerkannten Bildungsurlaub um Bildbearbeitung mit Photoshop, dem von Fotografen und Bildgestaltern meistverwendeten Programm zur professionellen Bildbearbeitung.
Im zweiten Semester, also nach den Herbstferien plane ich gerade zwei Kurse(Husum und Schleswig) in Lightroom, dem Archiv- und Entwicklungsprogramm für Fotografen schlechthin, und zwei weitere Fotokurse, über deren Inhalte ich hier noch nichts sagen möchte. Lasst Euch einfach überraschen!

Nachdem ich die Geschichte mit den Wandkalendern in 2018 ein wenig vernachlässigt habe, die Gründe waren ein Überangebot auf dem Markt und einige weitere Unstimmigkeiten, werde ich 2019 wieder eine limitierte Auflage veröffentlichen. Damit reagiere ich auf die vielen Nachfragen, die ich in 2018 erhalten habe. Dieser Kalender wird wieder in Eigenregie erscheinen, da ich in meinem bisherigen Verlag keinerlei Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen konnte. Natürlich ist eine nachfragegesteuerte Druckerei eigentlich das intelligentere Verfahren, aber die hohen Kosten sprechen eindeutig dagegen. Was nutzt ein weltweites Vertriebssystem, wenn man nicht konkurenzfähig ist?

Nach meiner erfolgreichen Ausstellung in der VHS-Schleswig werde ich diesen Weg weiter gehen. Neben der aktuellen Ausstellungsfläche in Oma´s Kaffeestübchen/Heimat, die vorraussichtlich noch bis zum Sommer bestehen bleibt, plane ich im Frühjahr eine weitere Ausstellung in der Galerie der Steuerberatungsgesellschaft WEITKAMP · HIRSCH & KOLLEGEN in Schleswig.
Ach ja, noch eine große Baustelle ist diese Website. Mit gerademal acht Beträgen im Jahr vielleicht ein wenig zu wenig. Ich gelobe Besserung und werde hier in Zukunft öfter etwas posten.

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Andreas Volkmar

Freischaffender Fotograf und Dozent für Fotografie und Bildverarbeitungsprogramme wie Photoshop®, Lightroom® und GIMP. Ich fotografiere und verkaufe meine Bilder auf Leinwand, als Druck, auf Postkarte und Kalender nach Kundenwunsch. Ich programmiere und betreue Webseiten und ich unterrichte an VHS, in Firmenschulungen und auch Privatpersonen rund um das Thema Fotografie und Bildbearbeitung.

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