Löwenzahn

2018-_MG_6496.jpg Jeder kennt die gleichnamige Kindersendung des ZDF mit Peter Lustig, für die Jüngeren auch mit Fritz Fuchs und Keks. Löwenzahn, er blüht überall und wenn man sich vorminnt, einen zu fotografieren, hat man die Qual der Wahl. Bei der Fülle fängt man an zu verstehen, wie Schwärme funktionieren. Ich habe mir einfach die Wiese ausgekuckt, auf der die meisten Blüten standen und habe nach alter Fotografenmanier, kleine Blende, lange Brennweite aus der Masse eine rausgesucht, auf diese scharf gestellt und fertig war mein erstes Bild. Naja, für den Anfang gar nicht so schlecht, aber eben Standart und deshalb bin ich nicht hier.

2018-GOPR1146.jpg Also etwas mehr Einsatz bitte. Ich unterrichte ja immer so schön, “die besten Bilder macht man immer aus Augenhöhe”, wobei damit leider nicht die Augen des Fotografen gemeint sind. In der niedrigsten möglichen Gangart sieht die Sachen dann schon ganz anders aus. Das einzige Problem, das ich damit habe, auch das kann jeder, der noch irgendwie in die Bauchlage kommt und spektakulär sind diese Bilder noch nicht. Allerdings stimmt die Richtung.

2018-GOPR1125.jpg Nehmen wir nun all unser Wissen, Können und Wollen zusammen und nähern uns irgendwie dem Punkt Null. Hier angekommen, tauchen neue Probleme auf. Wenn man von Unten nach Oben fotografiert hat man zwar einen tollen blauen Himmel als Hintergrund, aber irgendwo da oben tummelt sich auch die Sonne und macht dem Fotografen das Leben schwer. Glaubt es mir, der Platz zum Manöverieren ist da unten nicht üppig und die Position so hinzubekommen, das die Sonne hinter einer Blüte verschwindet, erinnert an asiatische Fittnessübungen.

Trotzdem geht es dann doch irgendwie und man bekommt sogar so etwas wie eine gewisse Routine dabei.

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Kunst und Klau

In der Malerei war es früher üblich, dass man bei einem Meister in die Schule ging, lernte so zu malen, wie der Meister und wenn man irgenwann gut genug war, setzte der Alte sein Zeichen darunter und es wurde als Orginal verkauft. Eine faire Geschichte, zumindest dem Meister gegenüber, denn damit refinanzierte man die Ausbildung.

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Irgendwann entwickelte der Schüler dann seinen eigenen Stil, wurde selbst zum Meister und das Rad drehte sich immer weiter. In der Fotografie ist es durchaus ähnlich. Wenn man dann irgendwann verstanden hat, das Technik nicht Alles sein kann und auch die beste Kamera nur dann gute Bilder macht, wenn der Kopf dahinter kreativ nach Neuem sucht, beginnt man automatisch, sich Vorbilder zu suchen und diese so lange zu kopieren, bis man selbst seinen eigenen Stil erkannt und umgesetzt hat.

Es gibt aber auch noch einen anderen, einfacheren Weg, der keine Kreativität erfordert, trotzdem aber brauchbare Ergebnisse liefert. Man kopiert Bilder, so gut man eben kann und setzt dann gleich den eigenen Namen darunter. Die etwas dämliche Ausrede, wenn man sie dann darauf anspricht, “ich hätte ja nicht das alleinige Urheberrecht an einem Motiv” kommt immer wieder. Vielleicht ist das auch noch ein Entwicklungschritt zu früh und sie verstehen noch nicht, das es ein Motiv und eine Bildidee und eine Umsetzung dieser Idee gibt, und erst alle drei Komponenten machen ein Bild aus.

Ich möchte es einmal an diesem Motiv verständlich machen. Natürlich ist Teil des Bildes der Domturm, gerade so scharf, das man ihn noch gut erkennen kann. Das eigentliche Motiv sollen die scharf abgebildeten Kätzchenblüten im Vordergrund sein. Wo dieser Baum genau steht, ist ja auch auf dem Bild zu sehen. In der Bildgestaltung habe ich mich hier ganz bewusst dafür entschieden, den unscharfen Turm rechts in den goldenen Schnitt zu setzen und damit die Kätzchenblüten auf die linke Bildseite zu beschränken. Beide Motive hintereinander zu stellen, wäre mir persönlich zu unruhig geworden, ich wollte ein klares übersichtliches Foto.

Wenn jetzt jemand mit einem Bild daherkommt und dieses rotzfrech auch noch in seinem Kalender verkauft, welches alle Gestaltungsmittel genau so umgesetzt hat, wie in meinem Bild, dann hat das nichts mit Zufall oder “das Motiv ist für alle da” zu tun. Wenn ich zehn Leute bitte, ein Pferd zu malen, werde ich zehn sehr verschiedene Pferdebilder bekommen, es sei den, Einer hat abgemalt.

Leider ist der Nachweis eines solchen Diebstahl geistigen Eigentums nur sehr schwer an einem Gericht zu beweisen und das ist auch der Grund, weshalb es immer wieder solche Schmarotzer geben wird. Also ärgert Euch nicht, wenn Ihr auch mal an solch einen Schwachkopf geratet und freut euch der Anerkennung, … denn es werden nur die Meister kopiert.

Winterpanorama vom Schloss Gottorf

Auch wenn der Winter 2018 erst im März eintraf, er kam mit Macht. 25cm Neuschnee in einer Nacht und meterhohe Schneeverwehungen waren keine Seltenheit.

Zuerst traf es partiell eher den Schleswiger Bereich und danach bekam Flensburg eine Ladung Schnee ab. Weiter südlich fanden sich nur ein paar Zentimeter, gerade genug, um den rasen zu bedecken. Trotzdem sprachen schon wieder einige von einer Schneekathastrophe. Für mich war die einzige Katastrophe, das ich drei Tage Dienst hatte, morgens im Dunklen wegfuhr und erst Abends spät zurückkehrte, defakto nicht fotografieren konnte. Glücklicherweise schien am vierten Tag die Sonne und ich konnte noch einiges nachholen.

Vom Motiv her ist es nichts wirklich Neues: Schloss Gottorf von der Bundesstrasse aus fotografiert. Auch hier sind es wieder viele Einzelbilder, die zu einem Panorama zusammengerechnet wurden. Wegen dem Schnee habe ich alle Bilder mit einer Belichtungskorrektur von +1 Blende gemacht.

Lightroom: CC oder CC klassik?

Wieder gibt es was neues in der Ecke von Lightroom: der neueste Spross heisst Lightroom CC, ist eine App und arbeitet nur noch Cloud-basiert.

Jetzt werden sicherlich die ersten Kommentare laut: Lightroom CC kennen wir doch schon. Ja, aber der Nachfolger von der Bekannten Version heisst ab sofort Lightroom Klassik CC. Wie immer ein wenig umständlich, aber dieses Kuddelmuddel auch dem Hause Adobe sind wir doch fast schon gewohnt.

Also, Lightroom CC legt seine Bilder nur noch in der Cloud ab. Ich bin mal gespannt, wie sich dieses Feature in der Praxis umsetzen lässt. Erkennen kann man es übrigens nur an den abgerundeten Ecken des CC-Zeichens. Die Oberfläche ist extrem aufgräumt worden, es gibt nur noch die Bibliothek und das Entwickeln Modul und die Suchmaschine hat intelligente Funktionen bekommen. Sie findet jetzt auch Bilder zu einfachen Stichworten, wenn sie nicht verschlagwortet sind. Ein Triumpf für alle Schlagwortmuffel. Wer der ganzen Sache mit der cloud nicht so ganz traut, man kann sich ja die wichtigsten Bilder exportieren und irgendwo auf einer Festplatte sichern.

Der Nachfolger der bisherigen Versionsreihe heisst jetzt Lightroom Klassik CC, das Icon hat Spitze Ecken und es haben sich lediglich wenige Dinge geändert. Der Aufbau ist der gewohnte und auch die weiteren Reiter werden hier wohl weiter gepflegt werden. Die Bilder liegen ordentlich auf einer Festplatte und wenn ich mal mit dem Laptop arbeiten muss, komme ich nicht an die Bilder ran. Man kann es nähmlich so oder so sehen.

Ich persönlich finde es schade, das man diesen Schritt so, endgültig machen musste. Mir hätte auch eine Version gefallen, in der man in den Einstellungen zwischen der einen oder anderen Version hätte wählen können. Es kann nicht so schwer sein, in einem Programm zwei Oberflächen zur Verfügung zu stellen und den ganzen Quatsch nach dem Entwickeln-Modul als zusätzliche Funktionen im Download anzubieten.

Jetzt habe wir eine Situation, das man sich von vorne herein entscheiden muss, welche CC-Version man zukünftig nutzen möchte. Ich bin mir zwar sicher, das man über den Umweg der XMP-Datei auch eine Änderung vollbringen kann, aber ob es der richtige Weg ist …?

Die neue Lightroom CC kann man in Zukunft auch alleine buchen, während die Lightroom Klassik CC nach wie vor nur im Fotografenbundel mit Photoshop daher kommt.

Im Nebel der Zeit

2017-_MG_4836.jpg Ein neues Jahr … das Alte war sehr erfolgreich, auch wenn ich einige Strategien auf den Prüfstand stellen werde.

Die aufmerksamen Beobachter haben es schon gemerkt, es gibt keine externen Werbelinks mehr in meinen Facebookbeiträgen. Auch werde ich die Gruppen, in denen ich weiterhin poste, reduzieren müssen. Leider hat die Schleswiger Facebook-Community zu viele kleine Splittergruppen, die gerade sterben oder schon tot sind. Auch laufe ich keinem selbstverliebten Administrator mehr nach, nur weil der die falschen Pillen erwischt hat. Wer meine Bilder gerne weiterhin sehen möchte, darf gerne meine Seite liken, dann bekommt er oder sie alle Bilder in den Neuigkeiten angezeigt.

Auch mein Kalender-Geschäftszweig wird dieses Jahr gravierende Änderungen erfahren und, ich verrate jetzt ein kleines Geheimnis, es wird auch eine richtige Bilderausstellung in der zweiten Jahreshälfte geben, in der ich mein schönsten und erfolgreichsten Fotografien der letzten fünf Jahre zeigen werde. Ich habe mich ja in den letzten Jahren immer wieder verweigert, aber ich musste feststellen, das so eine Ausstellung ein Publikum erschliesst, dass man über das Internet nicht zu fassen bekommt.

Am wenigsten Änderungen werden die Dozententätigkeit und das Webdesign erfahren. Diese beiden Sparten wachsen so konstant, das ich hier auf Werbung komplett verzichten kann. Was im neuen Jahr noch mehr werden soll, ich weiss, es klingt jetzt tierisch komisch, ist die Fotografie an sich. Ich möchte mich wieder ein wenig breiter aufstellen und mal andere Sparten wieder mehr beleben.

Es gibt viel zu tun …